Symptome und Diagnose einer Schleimbeutelentzündung

Ellenbogen SchmerzenEinige Symptome einer Schleimbeutelentzündung sind typisch und entsprechend schnell geht dann auch die Diagnose. Lediglich bei tieferliegenden Entzündungen sind manchmal bildgebende Verfahren nötig. Vor allem eine chronische Schleimbeutelentzündung sollte rechtzeitig behandelt werden, damit keine dauerhafte Schädigung zurückbleibt.

 

Symptome einer akuten Schleimbeutelentzündung

Unabhängig von der Art der Bursitis und dem von der Schleimbeutelentzündung betroffenen Gelenk treten folgende Symptome in nahezu allen Fällen auf:

  • Schwellungen: der Schleimbeutel ist meist deutlich unter der Haut spürbar und oft auch im Profil sichtbar
  • Rötungen
  • Überwärmung: der betroffene Schleimbeutel strahlt Hitze ab
  • Teilweise starker Druckschmerz
  • Bewegungseinschränkungen: das nächstgelegene Gelenk ist entweder durch den vorhandenen Schmerz oder die Schwellung in seiner Mobilität eingeschränkt

Symptome einer schweren, akuten Schleimbeutelentzündung

Die Entzündung eines Schleimbeutels kann sich nicht nur auf umliegende Schleimbeutel ausbreiten. Auch andere Strukturen und Gewebe können von ihr in Mitleidenschaft gezogen werden. Gelangen die verantwortlichen Erreger in das Lymphsystem, zeichnet sich dies auf der Haut als rote Striche ab. Trifft sie auf eine Blutbahn, kann sich die Entzündung im ganzen Körper ausbreiten. Das erste Symptom hierfür ist ein allgemeines Schwächegefühl, gefolgt von Fieber.

Derlei schwere Formen bedürfen einer umgehenden medikamentösen Behandlung.

Symptome einer chronischen Schleimbeutelentzündung

Die Symptome einer chronischen Schleimbeutelentzündung unterscheiden sich in einigen Fällen lediglich durch die Dauer von der akuten Bursitis. Häufiger besteht am Anfang der chronischen Schleimbeutelentzündung jedoch eine relative Schmerzfreiheit, bei gleichzeitiger Schwellung und Bewegungseinschränkung. Wird der Schleimbeutel erneut gereizt oder überfordert, treten wiederholt akute Symptome auf.

Bei einer länger bestehenden chronischen Schleimbeutelentzündung, finden im Schleimbeutel selbst Veränderungen statt, die ihrerseits Symptome hervorrufen.

Übersicht der Symptome bei fortschreitender chronischer Bursitis

  • Die Außenwand des Schleimbeutels ist verdickt – das Gewebekissen kann daher dauerhaft tastbar sein
  • Die Schleimhaut bildet sich zurück, eine reibungslose Bewegung ist nicht mehr durchgängig möglich
  • In der Folge einer chronischen Bursitis entstehen oftmals Zotten, Kalk lagert sich ab und die Wände des Beutels verkleben. Die Mobilität des Gelenks wird zusätzlich eingeschränkt
  • Muskelschwäche und Muskelschwund
  • Schmerzen, insbesondere Druckschmerzen
  • Ergüsse

Die Phasen zusätzlicher akuter Symptome, wie Wärme und Rötungen, treten wiederholt auf und dauern zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen an. Die Schmerzintensität variiert während dieser Phasen.

Entzündung tief liegender Schleimbeutel

Auch tief liegende, gelenkferne Schleimbeutel, wie beispielsweise im Oberschenkel, können von einer Bursitis betroffen sein. Da die optisch sichtbaren Symptome, wie Schwellung und Rötung, meist fehlen, gestaltet sich die Diagnose schwieriger. Druckschmerz und Einschränkungen der Beweglichkeit sind jedoch vorhanden.

Schleimbeutelentzündung im Knie – Bursitis praepatellaris

Fit sportlichDie Schleimbeutelentzündung am Knie ist eine der häufigsten Formen der Bursitis. Sie betrifft in erster Linie Handwerker, die ihre Arbeit häufig in einer knienden Haltung ausführen, kommt aber oftmals auch nach ausgiebiger Arbeit im Garten vor. Und ebenso Sportarten, die das Knie stark belasten, können zu einer Bursitis praepatellaris führen. Fußball, Radfahren und Ringen gehören dazu.

Zuerst entsteht im Knie ein reibendes Gefühl, so als wären Sandkörner im Gelenk. Durch diese Reize wird übermäßig viel Gelenkflüssigkeit gebildet und die Schleimbeutel schwellen an. Dann entsteht im Gelenk ein Druckgefühl, das Knie beginnt zu schmerzen. Die Entzündungsreaktion sorgt für eine gesteigerte Durchblutung. Die Schwellung nimmt zu, der Bereich ist sichtlich erhaben und gerötet. Der Schleimbeutel ist gut zu ertasten.

Wird das Knie an diesem Punkt der Entzündung weiterhin belastet und nicht behandelt, nehmen die Schmerzen zu, während die Bewegung zunehmend eingeschränkt ist.

Schleimbeutelentzündung in der Schulter

Schleimbeutelentzündungen in der Schulter (Bursitis subakromialis) treten häufig nach ungewöhnlichen Belastungen, wie Arbeiten über dem Kopf oder neuen ungewohnten Sportarten, auf. In der Folge bereiten zunächst Bewegungen über Schulterhöhe Probleme und bereiten Schmerzen. Anders als bei anderen Gelenken ist hier also meist eine sofortige Einschränkung der Bewegung gegeben, eine Schwellung aber nur selten feststellbar.

Mit Fortschreiten der Entzündung nimmt der Schmerz zu. Allgemeinbefinden und Schlaf werden dadurch empfindlich gestört.

Schleimbeutelentzündung der Hüfte

Eine Schleimbeutelentzündung in der Hüfte ist oft schwierig zu diagnostizieren, da die Schleimbeutel an dieser Stelle sehr tief liegen. Eine Schwellung oder Rötung ist daher meist nicht zu sehen. Zudem sind die Schmerzen in vielen Fällen nicht allein auf das betroffene Gelenk beschränkt, sondern strahlen in die umliegenden Bereiche aus.

Mögliche Symptome sind:

  • Schmerz bei Bewegung und Druck
  • Leistenschmerz
  • Eingeschränkte Bewegung

Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen

Die Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen (Bursitis olecrani) tritt häufig bei Schülern und Studenten auf, wodurch sie auch den Namen Studentenellenbogen erhielt. Die Symptome können hier in der Regel gut von anderen Verletzungen und Erkrankungen abgegrenzt werden.

  • Starke Schwellung mit gut sicht- und tastbarem Schleimbeutel. In der Silhouette steht der Ellenbogen deutlich hervor
  • Rötung
  • Überwärmung des betroffenen Areals
  • Druckschmerz
  • Eingeschränkte Bewegung

Schleimbeutelentzündung in kleineren Gelenken

Auch die Schleimbeutel kleinerer Gelenke, wie das Handgelenk und Sprunggelenk und andere Körperregionen, wie Ferse und Oberschenkel, können sich entzünden. Die Symptome unterscheiden sich hierbei aber nur in der Sichtbarkeit der Schwellung von den bereits genannten.

Impingement-Syndrom

Im Verlauf einer Bursitis kann es aufgrund der entzündlichen Veränderungen und der Flüssigkeitsansammlung zu einem Verdrängen anliegender Gewebe und Strukturen kommen. In einigen Fällen werden diese regelrecht zwischen Gelenke und in andere Bereiche gedrückt und dort eingeklemmt. Dieses Einklemmen ruft starke Schmerzen hervor und schränkt die Bewegung des Gelenks empfindlich ein.

Das Impingement-Syndrom tritt häufig in der Schulter und Hüfte auf, kann aber auch in jedem anderen Gelenk vorkommen. Neben der Bursitis können auch abgenutzte und krankhaft veränderte Gelenke zum Impingement-Syndrom führen, wenn diese abrupt bewegt oder einer großen Krafteinwirkung ausgesetzt werden.

Diagnose einer Schleimbeutelentzündung

Abhängig von der Position der Schleimbeutelentzündung und der Vorgeschichte, reichen in einigen Fällen eine umfassende Befragung und ein kurzes Abtasten der betroffenen Stelle vollkommen aus, um eine Bursitis zu diagnostizieren. Vor allem bei tiefer liegenden Schleimbeuteln ist das leider nicht der Fall. Hier müssen häufig bildgebende Verfahren eingesetzt werden, um andere Krankheiten und Verletzungen auszuschließen.

Anamnese

Gingen den Beschwerden typische Auslöser, wie Gartenarbeit, Malern, häufiges Knien oder Aufstützen der Ellbogen, voraus, wird dies in der Anamnese offengelegt. Bei vielen Schleimbeutelentzündungen reicht das Arztgespräch in Verbindung mit einem Sichtbefund und einem kurzen Abtasten bereits aus. Der Schleimbeutel ist prallelastisch und gut gegen umliegende Gewebe abgegrenzt.

Sind die Ursachen unklar oder kommen mehrere Auslöser infrage, schließen sich dieser ersten Untersuchung weitere an.

Bildgebende Verfahren

Um andere Erkrankungen und Verletzungen auszuschließen, werden vor allem bei tiefer liegenden Schleimbeuteln bildgebende Verfahren zu Sicherstellung der Diagnose eingesetzt. Für gewöhnlich setzt der Arzt zunächst eine Ultraschalluntersuchung an. Zusätzlich können auch, typischerweise zwei, Röntgenaufnahmen in verschiedenen Tiefen zur Untersuchung gehören.

Zugrunde liegende Krankheiten können damit bereits erkannt werden. Häufig werden diese zudem mit einer Blutuntersuchung belegt.