Schleimbeutelentzündung – eine schmerzhafte Erkrankung

Knieschmerzen

 

Eine Schleimbeutelentzündung, auch Bursitis genannt, kann jeden treffen und geht teilweise mit großen Schmerzen einher. Wird sie nicht ausreichend behandelt, sind chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen die möglichen Folgen.

Weitere Informationen zu Schleimbeuteln, deren Aufbau und Funktion finden Sie hier.

 

 

Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

  1. » Arten einer Schleimbeutelentzündung
  2. » Verlauf einer Schleimbeutelentzündung
  3. » Ursachen
  4. » Risikofaktoren

Eine Schleimbeutelentzündung liegt vor, wenn die auskleidende Gelenkschleimhaut eines Schleimbeutels entzündliche Veränderungen aufweist. Für gewöhnlich breitet sich die Entzündung von anfangs kleinen Bereichen über das gesamte Gewebekissen aus. Auch ein Übergriff auf andere Gewebe ist möglich.

Während dieser Entzündung lagert der Schleimbeutel vermehrt Flüssigkeit ein, dadurch entsteht eine Schwellung und Druck auf umliegende Strukturen. Wird durch diese Schwellung Gewebe ein- oder abgeklemmt, sprechen Experten von einem Impingement-Syndrom.

Je nach auslösender Ursache, betroffenem Bereich und Dauer der Bursitis werden verschiedene Arten der Schleimbeutelentzündung unterschieden.

Welche Arten von Schleimbeutelentzündungen werden unterschieden?

Eine Bursitis wird nach ihrer Dauer, aber auch nach ihren Ursachen unterschieden.

Akute und chronische Schleimbeutelentzündung

In erster Linie werden Schleimbeutelentzündungen nach ihrer Dauer in akute und chronische Verlaufsformen unterschieden. Wobei akute Formen in jedem Fall der Ausgangspunkt sind. Wird eine solche akute Bursitis nicht ausreichend behandelt, die Ursache weder abgestellt noch vermieden, ist eine chronische Schleimbeutelentzündung die mögliche Folge. Ebenso können immer wieder Rückfälle auftreten, wenn der betroffene Schleimbeutel keine Gelegenheit hatte, richtig auszuheilen.

Studentenellenbogen und Fliesenlegerknie

Es gibt Schleimbeutelentzündungen, die bei bestimmten Berufsgruppen so häufig auftreten, dass sie nach ihnen benannt sind. Der Studentenellenbogen und das Fliesenlegerknie sind Beispiele dafür. Bei dieser Art von Bursitis entsteht der entzündliche Vorgang durch eine andauernd starke Belastung der Schleimbeutel. Studenten und Schüler stützen ihren Ellenbogen während des Lesens und Schreibens häufig auf harte Tischplatten – meist um den Kopf von selbiger fernzuhalten. Dadurch kann es, ebenso wie beim übermäßigen Knien während des Fliesenlegens, zu einer tätigkeitsbedingten Schleimbeutelentzündung kommen.

Zu dieser Art zählen auch Entzündungen des Schleimbeutels, die durch monotone und unphysiologische Bewegungen entstehen. Allerdings ist in diesen Fällen meist die Reibung der Auslöser der Entzündung.

Bursitis als Krankheitsfolge

Einige Schleimbeutelentzündungen treten als krankheitsbedingte Folge auf. Auslöser sind hier Gicht, Tuberkulose, Arthrose, Arthritis, Gonorrhö und Rheuma. Während dieser Krankheiten kommt es zu Veränderungen im Gelenk, wie beispielsweise zu Ablagerungen von Kristallen oder Funktionsstörungen, die Schleimbeutelentzündungen begünstigen können. Auch das insgesamt geschwächte Immunsystem bei anderen Krankheiten kann dafür sorgen, dass die Schleimbeutel anfälliger für Entzündungen werden.

Bakterielle Schleimbeutelentzündungen

Offene, tief gehende Wunden oder plötzliche, große Krafteinwirkungen können die Außenhaut der Schleimbeutel verletzen. Auf diesem Weg dringen Bakterien in den Schleimbeutel und können hier eine bakterielle Infektion auslösen.

In einigen Fällen füllt sich der Schleimbeutel durch diese Infektion mit eitrigem Sekret. Aus einer bakteriellen Schleimbeutelentzündung kann so schnell eine eitrige Bursitis werden.

Wo treten Schleimbeutelentzündungen am häufigsten auf?

Schleimbeutelentzündungen treten am häufigsten im Bereich stark beanspruchter Gelenke auf. Dazu zählen:

  • Knie
  • Ellenbogen
  • Schulter
  • Hüfte
  • Handgelenke
  • Fußgelenke
  • Achillessehne

Aber auch die Entzündung tiefer liegender Schleimbeutel ist möglich. Die Diagnose gestaltet sich hier jedoch deutlich schwieriger und kommt meist nicht ohne bildgebende Verfahren aus.

Verlauf der Schleimbeutelentzündung

Akute Schleimbeutelentzündungen verlaufen, mit Ausnahme der bakteriellen Bursitis, meist schleichend und bleiben so lange Zeit unbemerkt. Vor allem bei anhaltenden Belastungen füllt sich der Schleimbeutel nur allmählich mit mehr Gelenksflüssigkeit und schwillt auf diese Weise nach und nach an. Ab einer entsprechenden Größe der Schwellung drückt der Schleimbeutel auf umliegende Gewebe und Strukturen, schränkt die Bewegungsfähigkeit ein und verursacht Druckschmerzen. Der entzündete Bereich wird stärker durchblutet, erscheint aus diesem Grund oft rot und strahlt Hitze ab. Auf dem Höhepunkt der Entzündung sind oberflächlich liegende Schleimbeutel in der Regel problemlos tastbar.

Schreitet die Schleimbeutelentzündung weiter fort, kann die Schwellung umliegende Strukturen verdrängen und dazu führen, dass diese eingeklemmt werden. Es kommt zum sogenannten Impingement-Syndrom.

Heilt die Bursitis aus, wird die überschüssige Flüssigkeit vom Körper resorbiert. Die Schwellung nimmt ab.

Anders ist es bei der chronischen Verlaufsform der Schleimbeutelentzündung. Hier kann sich der Schleimbeutel krankhaft verändern und so dauerhaft gereizt sein.

Mögliche Spätfolgen einer Schleimbeutelentzündung

Heilt eine akute Schleimbeutelentzündung nicht aus, wird sie zur chronischen Bursitis oder tritt immer wieder auf. Die Folge sind krankhafte Gewebsveränderungen im Schleimbeutel, Schmerzen und teilweise starke Bewegungseinschränkungen. In schweren Fällen können derlei Entzündungen sogar zu einem vollständigen Verlust der Mobilität im betroffenen Gelenk sorgen.

Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung

Hände an TastaturDie Ursachen für eine akute Schleimbeutelentzündung sind vielfältig. Zu ihnen zählen:

  • Mechanische Überlastung
  • Verletzungen
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Infektionen
  • Veränderungen durch zugrunde liegende Krankheiten

Risikofaktoren für eine Schleimbeutelentzündung

Als größte Risikofaktoren für akute Schleimbeutelentzündungen gelten alle monotonen und unphysiologischen Bewegungsabläufe und anhaltender Druck. Wer also täglich stundenlang auf zu harten Stühlen sitzt, den Ellenbogen ständig auf Tischplatten aufstützt und im Beruf oder bei der Gartenarbeit häufig kniet, erhöht das Risiko an einer Schleimbeutelentzündung zu erkranken. Auch wenn ungewohnte Arbeiten für einen längeren Zeitraum ausgeführt werden, wie beispielsweise das Streichen der Zimmerdecken, ist eine Bursitis die häufige Folge.

Neben der mechanischen Belastung sind auch Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko, Infektionen und chronische Krankheiten Faktoren, die eine Bursitis begünstigen. Weitere Informationen zu Ursachen und der entsprechenden Vorbeugung finden Sie unter Therapie.